brandgefährlich…

Seit Wochen grummelt es in meinem Magen. Das Herz im freien Fall in wütender Verständnislosigkeit. Ich wollte nie einen politischen Post wagen. Entstanden durch die Schieflage in der Selbsteinschätzung meiner eigenen Kompetenz. Doch jetzt treibt mich der Puls meiner inneren wütenden Ungläubigkeit vor die Tastatur. Ich erlebe Momente bebenden Schocks dessen, was wir aufs Spiel setzen. Der mögliche Ausstieg der Griechen aus unserer mühsamen errungenen Gemeinschaft, der etwas erschüttert wovon kaum einer zum jetzigen Zeitpunkt redet: Frieden! Auch ich habe meine Schwierigkeiten mit dem Dauerlächeln eines griechischen Ministerpräsidenten im Praktikum. Genauso mühsam finde ich allerdings die bornierte Besserwisserei seiner europäischen Kollegen, in der Endlosschleife ihres fantasielosen Lamentos. Gleichermaßen bebe ich bei einem englischen Premier, der in gockelhafte Aufrichtung seines Brustkorbs in internationale Gesprächsrunden stakst, um zu drohen und mit dem Feuer zu spielen, immer in der Hoffnung von den innenpolitischen Schwierigkeiten seines Landes abzulenken.

Ich spreche nicht über die uns umgebenden Machtwahnsinnigen, die mich schlichtweg dadurch ängstigen dass sie gewählt werden. Ich spreche über eine zündelnde, regierende Mittelschicht europäischer Volksvertreter. Gewählt, anerkannt und bisher vorrangig aufgefallen durch gemäßigte Gleichförmigkeit in ihrer Wachstumshörigkeit. Sie alle zündeln an der Möglichkeit des etablierten Friedens und reden dabei nur über eines:

Geld!

Das Wissen um den Wert des Friedens den es davor in tausenden Jahren europäischer Geschichte nie gab, hat sich in den vergangenen zehn Jahren verwässert. Er ist zur Selbstverständlichkeit in der Wahrnehmung der Betroffenen geworden. Hier offenbart sich die Illusion und Subjektivität des Realitätsbegriffs. Viele von uns halten die Wahrnehmung des erlebten Friedens der vergangenen vierzig Jahre für unumstößliche Realität. Dass demgegenüber Jahrhunderte stehen in denen sich einzelne Völker und Bevölkerungsgruppen dauerhaft bekriegt haben, wird der Realitätsdefinition einer abgeschlossenen Vergangenheit zugeordnet. Das kriegerische Auseinanderbrechen Jugoslawiens ist in einem noch kürzeren Zeitraum aus dem kollektiven Gedächtnis getilgt worden.

Und nun fürchten wir um unsere investierten Milliarden. Sie rechtfertigen eine erneute Polarisierung der europäischen Gemeinschaft in ein ‚Wir gegen Die!‘. Und damit beweisen wir uns, dass wir jederzeit bereit sind, den Kampf zumindest erst mal in unseren Köpfen, erneut aufzunehmen. Die moralische Aufrüstung hat begonnen und gefährdet das Wir, das Miteinander und den errungenen Frieden!

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